Du betrachtest gerade Haut in den Wechseljahren: Wie die Menopause unsere Haut verändert und was sie jetzt braucht

Während der Wechseljahre kann der sinkende Östrogenspiegel die Feuchtigkeit, Festigkeit und Elastizität der Haut beeinflussen. Trockene Haut, Juckreiz und eine erhöhte Empfindlichkeit können die Folge sein. Eine individuell angepasste Hautpflege, konsequenter UV-Schutz und ein gesundheitsfördernder Lebensstil sind wichtige Grundlagen, um die Haut in dieser Lebensphase zu unterstützen.

Die Haut fühlt sich plötzlich trockener an, reagiert empfindlicher als früher oder beginnt häufiger zu jucken? Vielleicht fallen auch neue Fältchen auf oder die Haare werden dünner. Viele Frauen bemerken solche Veränderungen während der Wechseljahre, ohne sie zunächst mit der hormonellen Umstellung in Verbindung zu bringen. Der Weltmenopausetag am 18. Oktober ist eine gute Gelegenheit, einen genaueren Blick auf unsere Haut zu werfen. Denn sie ist nicht nur unsere äußere Schutzhülle, sondern ein Organ, das auf Veränderungen im gesamten Körper reagiert.


Warum verändert sich die Haut in den Wechseljahren?

Während der Wechseljahre verändert sich unter anderem die Produktion des Hormons Östrogen. Es spielt eine wichtige Rolle für die Feuchtigkeit, Festigkeit und Elastizität der Haut. Sinkt der Östrogenspiegel, kann die Haut trockener, dünner und empfindlicher werden. Auch der Kollagengehalt, der zur Festigkeit der Haut beiträgt, nimmt mit der Zeit ab. Wie Kamp und Kollegen in einer wissenschaftlichen Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2022 beschreiben, können hormonelle Veränderungen in dieser Lebensphase verschiedene Funktionen der Haut beeinflussen1.
Doch nicht jede Frau erlebt diese Veränderungen auf die gleiche Weise. Manche bemerken vor allem Trockenheit, andere eine erhöhte Empfindlichkeit oder Veränderungen der Haare. Und nicht alles ist auf die Hormone zurückzuführen: Auch das natürliche Altern, genetische Faktoren, Sonneneinstrahlung und persönliche Lebensgewohnheiten spielen eine Rolle.


Welche Hautpflege ist während der Menopause sinnvoll?

Zunächst einmal gilt: Keine Hautpflegeroutine ist für alle Frauen gleichermaßen geeignet. Die Haut hat unterschiedliche Eigenschaften und Bedürfnisse, die sich im Laufe des Lebens verändern können. Deshalb ist es sinnvoll, die Pflege an den eigenen Hautzustand anzupassen, auf eine schonende Reinigung zu achten und unnötige Reizungen zu vermeiden. Bei anhaltenden Beschwerden oder auffälligen Hautveränderungen sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.


Warum Sonnenschutz wichtig ist – nicht nur in den Wechseljahren

UV-Strahlung beschleunigt die sichtbare Hautalterung und erhöht das Risiko für Hautkrebs. Ein Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor, in jeder Lebensphase ist wichtig, beispielsweise LSF 30–50+, sowie schützende Kleidung und das Meiden intensiver Sonneneinstrahlung helfen, die Haut langfristig zu schützen.

Neben dem Sonnenschutz beschreibt die Dermatologin Ashley Wentworth in einem Beitrag aus dem Jahr 2026 weitere Möglichkeiten, die Haut während und nach der Menopause zu unterstützen2. Dazu gehören beispielsweise Hautpflegeprodukte mit Vitamin C, die antioxidativ wirken können, sowie Hyaluronsäure, die hilft, die Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen. Darüber hinaus stellt sie verschiedene dermatologische Behandlungsmöglichkeiten vor, die je nach Hautzustand und individuellen Bedürfnissen infrage kommen.


Hautgesundheit in den Wechseljahren: Warum der Lebensstil eine Rolle spielt

Gesunde Haut beginnt nicht erst mit einer Creme. Unsere Haut ist Teil eines Organismus, dessen Gesundheit von vielen Faktoren beeinflusst wird. Deshalb lohnt es sich, während der Wechseljahre nicht nur auf die äußere Pflege zu achten, sondern auch auf die Gewohnheiten, die unseren Körper täglich begleiten.
Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung, regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf und der Verzicht auf Nikotinkonsum sind wichtige Grundlagen für die Gesundheit. Sie unterstützen das allgemeine Wohlbefinden und können helfen, das Risiko verschiedener chronischer Erkrankungen zu verringern. Auch die Haut kann von einem gesundheitsfördernden Lebensstil profitieren. Allerdings lässt sich der natürliche Alterungsprozess dadurch nicht aufhalten, und hormonell bedingte Hautveränderungen können nicht vollständig verhindert werden.


Auch Herz- und Knochengesundheit im Blick behalten

Diese ganzheitliche Sichtweise ist gerade während der Wechseljahre wichtig. Denn die hormonellen Veränderungen betreffen nicht nur die Haut: Auch die Gesundheit von Herz und Knochen verdient in dieser Lebensphase besondere Aufmerksamkeit. Eine wissenschaftliche Übersichtsarbeit von Dunlop und Kollegen aus dem Jahr 2025 wertete 41 wissenschaftliche Veröffentlichungen zu Lebensstilinterventionen bei Frauen zwischen 40 und 55 Jahren vor der Menopause aus3. Die Ergebnisse zeigen, dass regelmäßige Bewegung sowie Programme, die körperliche Aktivität und Ernährungsumstellungen verbinden, positive Auswirkungen auf das Körpergewicht und bestimmte Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben können. Einzelne Programme konnten beispielsweise einer Gewichtszunahme über mehrere Jahre entgegenwirken.

Die Wechseljahre können deshalb auch eine Gelegenheit sein, sich bewusster mit der eigenen Gesundheit zu beschäftigen: Gewohnheiten zu überdenken, empfohlene Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig wahrzunehmen und bei Beschwerden rechtzeitig medizinischen Rat einzuholen.


Fazit: In der Menopause zählt mehr als das Hautbild

In den Wechseljahren geht es nicht darum, jede Veränderung des Körpers verhindern zu wollen. Die Menopause ist keine Krankheit, sondern ein natürlicher Lebensabschnitt, den jede Frau unterschiedlich erlebt. Die Haut verdient in dieser Zeit Aufmerksamkeit und eine angemessene Pflege – aber sie sollte nicht nur unter ästhetischen Gesichtspunkten betrachtet werden.

Das Ziel sollte nicht sein, die sichtbaren Zeichen des Älterwerdens um jeden Preis aufzuhalten, sondern die natürliche Hautalterung gesund, selbst bestimmt und mit einem positiven Blick auf den eigenen Körper zu begleiten.
Die Wechseljahre sind nicht nur eine Zeit der Veränderungen, sondern auch eine Gelegenheit, die eigene Gesundheit bewusster in den Mittelpunkt zu stellen. Denn wer seine Haut pflegt, darf auch den Menschen dahinter nicht vergessen.


Häufige Fragen zur Haut in den Wechseljahren (FAQ)

Der sinkende Östrogenspiegel kann die Fähigkeit der Haut beeinflussen, Feuchtigkeit zu speichern. Dadurch kann sie trockener und empfindlicher werden. Auch Juckreiz kann auftreten. Eine schonende Reinigung und eine auf den Hautzustand abgestimmte Pflege können helfen.

Wichtig sind eine milde Reinigung, die Vermeidung unnötiger Reizungen und eine individuell angepasste Hautpflege. Ebenso entscheidend ist ein konsequenter UV-Schutz. Bei anhaltenden Beschwerden sollte eine dermatologische Untersuchung erfolgen.

Östrogen beeinflusst unter anderem den Feuchtigkeitsgehalt, die Hautdicke und den Kollagengehalt. Sinkt der Östrogenspiegel während der Menopause, können Hauttrockenheit, eine geringere Elastizität und weitere Veränderungen auftreten.

Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf und der Verzicht auf das Rauchen fördern die allgemeine Gesundheit. Davon kann auch die Haut profitieren. Hormonell bedingte Hautveränderungen und der natürliche Alterungsprozess lassen sich dadurch jedoch nicht vollständig verhindern.

Wissenschaftliche Quellen

  1. Kamp, Erin & Ashraf, Mariha & Musbahi, Esra & DeGiovanni, Claudia. (2022). Menopause, skin and common dermatoses. Part 2: skin disorders. Clinical and Experimental Dermatology. 47. 2117-2122. 10.1111/ced.15308. ↩︎
  2. Wentworth A. (2026). Menopause and skin. Menopause (New York, N.Y.), 33(9), 1031–1033. ↩︎
  3. Dunlop, Kristyn & Dillon, Grace & Crowley, Rachel & Phillips, Catherine & Twomey, Patrick & Mcauliffe, Fionnuala. (2025). Lifestyle interventions in later reproductive age women to offset cardiometabolic and bone disease: a scoping review. Nutrition & Metabolism. 22. 10.1186/s12986-025-00908-1 ↩︎